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Mythos oder Wahrheit über die Inkas

Inkas, Mayas und Menschenopfer

Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit zwei Fragen, die viele Menschen zu beschäftigen scheinen: Hatten sich Inkas, Mayas und Azteken jemals getroffen? Und praktizierten die Inkas Menschenopfer?

Die Kirche von Qoyllur Rit'i, Ort eines der wichtigsten Feste der Hochanden
Tänzer der Qhapaq Negro während des heiligen Festes von Paucartambo zu Ehren der Jungfrau von Carmen

Inkas, Mayas und Azteken

Das Reich der Inkas erstreckte sich während seiner Hochphase im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts über die heutigen Gebiete von Peru, Bolivien und Ecuador sowie Teilen Kolumbiens, Chiles, Argentiniens und Brasiliens. Die Mayas wiederum lebten in der Gegend von Yucatán im Süden und Südosten von Mexiko sowie in einigen Gebieten von Belize, Guatemala und Honduras, während die Azteken in Zentralmexiko angesiedelt waren.

Auch wenn die Inkas zur selben Zeit lebten wie die Mayas und Azteken, gibt es aus anthropologischer Sicht keine Beweise dafür, dass sie sich jemals begegneten. 

Juan Núñez del Prado, Professor für Anthropologie und Experte der Inka-Kultur, ist davon überzeugt, dass die Inkas – hätte die Thronfolge unter ihrem Inka Wayna Qhapaq geordnet übergeben werden können (vergleiche dazu auch Die Geschichte der Inkas) – aufgrund ihres ungeheuren Expansionsdranges, ihrer schier unendlichen Ressourcen und nicht zuletzt wegen ihrer ausgeprägten diplomatischen Fähigkeiten – das ganze Gebiet des heutigen Süd- und Mittelamerika innerhalb der beiden nachfolgenden Generationen erobert hätten.

Die Kirche von Qoyllur Rit'i, Ort eines der wichtigsten Feste der Hochanden
Tänzer der Qhapaq Negro während des heiligen Festes von Paucartambo zu Ehren der Jungfrau von Carmen

Menschenopfer

Unter Pachakuti Inka Yupanki (1438 – 1471), der das Inka-Reich innerhalb einer Generation vom kleinen Königreich zu einem Imperium entwickelte, wurde die rituelle Opferung von Menschen genauso abgelehnt wie von seinen Nachfolgern. Die bereits in der Inka-Zeit praktizierten despachos können als Zeichen für diese Haltung angesehen werden: Sie beschreiben Mandalas oder auch spirituelle Opfergaben, die mit sehr viel Liebe und ohne Blutvergießen praktiziert werden.

Despachos beschreiben bis heute Rituale, einen Akt der Liebe, eine spirituelle Handlung, die uns an die Verbindung mit Mutter Natur, mit dem Göttlichen, mit allen Geschöpfen, Lebewesen und heiligen Orten erinnert. Don Manuel Qispe, einer der bekanntesten Q’ero-Ältesten unserer Zeit, beschrieb das Despacho einst als “ein Geschenk, ein Zurückgeben für all das, was wir täglich erhalten. Es richtet uns wieder auf unsere innersten Ziele aus und bringt uns in Einklang mit den Kräften, die uns als Menschen definieren“.

In einem Despacho werden ausschließlich Blumen, Kräuter, Gewürze, Samen, tierische Produkte wie Fett, Haare, Federn und weitere Materialien wie Gold oder Silber mit Energie aufgeladen und in Form eines Mandalas den Spirits übergegeben. Es gibt viele verschiedene Arten von Despachos und jedes Einzelne steht dabei für eine bestimmte Ausrichtung bzw. einen bestimmten Wunsch. 

Despachos haben daher die Kraft, Energien in einem Maße zu bewegen, dass manchmal sogar kleine Wunder geschehen können

Die Kirche von Qoyllur Rit'i, Ort eines der wichtigsten Feste der Hochanden
Tänzer der Qhapaq Negro während des heiligen Festes von Paucartambo zu Ehren der Jungfrau von Carmen
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