Machu Picchu Panoramaansicht

Einführung in die Inka-Tradition

Die Spiritualität der Inkas

Die spirituelle Tradition der Anden ist eine Weisheitslehre, in der Mutter Erde und die Natur ganzheitlich betrachtet werden: Wir Menschen sind ein Teil von ihr und sie ist ein Teil von uns. Um die großen Zusammenhänge zu verstehen, die sich daraus ergeben, ist es sinnvoll, die grundlegenden Faktoren dieser Tradition zu betrachten.

Martin Quispe Machacca, einer von zwei verbliebenen Hohepriestern (alto mesayoq) der Inka-Tradition in Peru
Eine Gruppe von Qeros bei einem Despacho, einer Wunschzeremonie der Inkas

Kausay Pacha: Alles ist Leben

Im Universum, genannt Kausay Pacha (kau-sai • pat-scha), besteht nicht nur Mutter Erde aus lebendiger Energie, sondern auch alle anderen Lebewesen: die Berge, Flüsse und Seen, die Pflanzen, Bäume, Tiere und die  Menschen. Sie alle verfügen über eine Energieblase (die Aura), über die sie sich miteinander energetisch austauschen.

In der Natur funktioniert dieser Austausch harmonisch und geradezu perfekt: die Blumen füttern mit ihrem Nektar die Bienen und diese wiederum bestäuben die Blumen. Menschen und Tiere atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus, Pflanzen atmen Kohlendioxid ein und Sauerstoff  aus.

Ayni: Geben und Erhalten

Dieser gegenseitige Austausch ohne jegliche Erwartung  war (und ist bis heute) für die Inkas ein kosmisches Prinzip, die Grundlage allen Handelns und allen Seins. Es bedeutet einfach ausgedrückt: Wenn man etwas gibt, so bekommt man dafür immer etwas zurück – nicht immer sofort, nicht immer von derselben Person, aber immer in diesem Leben und immer mehr, als man gegeben hat. Und wenn man etwas empfängt, sollte man dafür immer etwas zurückzugeben.

Befolgen wir dieses simple Gebot, fühlt sich die Energie in uns und um uns herum leicht an, dann sind wir im Fluss des Lebens.

Mit Hilfe ihres Willens können Menschen Energie von einem Ort zum anderen bewegen: Energie folgt der Absicht. Dadurch sind die Nachfahren der Inkas bis heute in der Lage, sich mit der universellen Energie (Kausay) zu verbinden, sie fließen zu lassen und sich mit dem gesamten Kosmos auszutauschen.

Der Baum von Huanca

Inka Muju: Der Inka-Samen

Oftmals nehmen wir eine innere Stimme wahr, die uns zuflüstert, was wir in einer Situation besser tun oder lassen sollten, was richtig oder falsch ist oder was sich gut bzw. nicht gut anfühlt. Diesen Faktor nennt die Inka-Tradition den Inka-Samen – im Quechua heißt er Inka Muju [In-ka • Mu-chu].

Im übertragenen Sinne steht der Inka-Samen für unsere menschliche Essenz, unser höheres Selbst. Es ist unser ganz persönliches Potential, das es gilt, in diesem Leben voll zu entwickeln. Wann immer wir die Lebensenergie mit unserem Samen zusammenbringen, fühlt sich das Leben leicht an und wir können unserer inneren Stimme folgend so handeln, wie es unserem Lebensweg entspricht.

Der Baum von Huanca
Zeremonie mit Inka-Meistern
Wasserfall im Wasser-Tempel von Tipon

Leichte und schwere Energie

Nun gibt es aber auch Situationen, in denen wir feststellen, dass wir dieses Geben und Erhalten nicht leben und dass die Energie um uns herum nicht nur leicht ist. Das geschieht vor allem in Momenten, in denen wir wütend, traurig oder ängstlich sind, wenn wir uns verletzt oder verletzlich fühlen.

In diesen Situationen blockiert unser freier Wille den Fluss der Lebensenergie. Anstatt anderen gegenüber offen zu agieren, verschließen wir uns; statt freundlich zu sein reagieren wir unwirsch und statt loszulassen halten wir lieber fest. In diesen Momenten lassen wir keine leichte Energie fließen, sondern produzieren das, was die Inkas „schwere Energie“ nennen.

Schwere Energie trennt uns in erster Linie von uns selbst und von unseren Mitmenschen, aber auch von unseren Träumen, Zielen und Idealen im Leben. Und je mehr schwere Energie wir anhäufen und je abgetrennter wir werden, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst die Seele leidet und anschließend der Körper.

Paqos sind Praktizierende der Inka-Tradition, wie diese Gruppe aus Deutschland.
Eine Gruppe von Praktizierenden der Inka-Tradition (genannt Paqos) vor dem Tempel von Urcos

Die Energiearbeit der Inkas

Die Inka-Tradition lehrt Menschen, ihr Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten und jederzeit ein Wohlgefühl sowie Harmonie, Zufriedenheit in sich selbst, in ihren Beziehung mit anderen, in der Familie, im Job oder in der Gemeinschaft zu erzeugen.

Sie ist eine alte Weisheitslehre, die uns Menschen einfache Werkzeuge an die Hand gibt, mit denen wir unsere (psychischen) Verletzungen heilen und verinnerlichte Glaubenssätze auflösen können, um zu wachsen und voller Vertrauen durchs Leben zu gehen. Die Inka-Religion hilft Menschen, das Potential, das in ihnen schlummert, nach und nach voll auszuleben.

    Dazu bedarf es keiner speziellen Körperhaltungen oder Atemtechniken – man kann die Inka-Tradition genauso gut beim Autofahren durchführen, wie auch beim Lesen, Joggen oder bei der Arbeit. Alleine die Tatsache, dass man sie tut, bewirkt eine innere Veränderung der Sichtweise auf die jeweilige Situation.

    Paqos sind Praktizierende der Inka-Tradition, wie diese Gruppe aus Deutschland.
    Eine Gruppe von Praktizierenden der Inka-Tradition (genannt Paqos) vor dem Tempel von Urcos
    Despachos sind Mandala-Zeremonien. Hier führen zwei Meister ein solches Ritual durch.
    Despacho eingepackt

    Despachos: Wunschzeremonien der Inkas

    Daneben führen die Praktizierenden der Inka-Tradition sogenannte Despachos [Des-pat-schos] durch. Dabei handelt es sich um Mandalas, die mit verschiedenen Zutaten wie Blüten und Samenkörnern durchgeführt werden und die Menschen helfen, sich innerlich auszurichten.

    Despachos werden oft auch als typische Wunsch- und Heil-Zeremonien der Inkas bezeichnet. Sie werden seit vielen Jahrhunderten in den Hochanden zelebriert. Das Prinzip dahinter ist, dass man sich mit den männlichen und weiblichen Spirits von Mutter Erde verbindet und in diese Zeremonie seine ganze Liebe und Hingabe hineingibt.

    Wer viel gibt, erhält von den Spirits viel zurück – und das geht bis hin zur Erfüllung eines innigen Herzenswunsches: von der neuen Wohnung über die Heilung einer Krankheit bis hin zum Kennenlernen der großen Liebe – es gibt keine Grenzen. Dieses kurze Video verdeutlicht sehr gut, was Despachos genau sind und wie sie aussehen.

    Innere und äußere Harmonie erschaffen

    Indem du lernst, Energien auf natürliche Weise fließen zu lassen, erschaffst du deine innere und äußere Harmonie. Du legst die Basis für deinen persönlichen Wachstumsprozess sowie für deine physische und psychische Gesundheit.

    Dieses Wissen kannst du auf einfache Weise lernen. Dazu stehen dir in vielen Kursen, Workshops und spirituellen Reisen erfahrene Lehrer zur Seite.  

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