
Die lebendige Mutter Universum
Pachamama
Pachamama ist weit mehr als nur „Mutter Erde“. In der Inka-Tradition steht sie für die weibliche Schöpferkraft des Universums – die Mutter aller Dinge, die existieren. Sie verkörpert die sichtbare, materielle Welt, während ihr männliches Pendant, Wiraqocha oder Pachatata, die unsichtbare, metaphysische Dimension repräsentiert. Gemeinsam erschaffen sie das Leben und lehren uns, in Harmonie mit der Schöpfung zu leben.
Wenn wir das Wort „Pachamama“ hören, denken viele zunächst an Mutter Erde – an die Kraft, die uns nährt, trägt und Leben schenkt. Doch in der Inka-Tradition bedeutet Pachamama weit mehr. Dieses Qechua-Wort setzt sich zusammen aus Pacha (Raum oder Zeit, je nach Kontext) und Mama (Mutter).
Pachamama ist also nicht nur die Mutter Erde, sondern die Mutter von Raum und Zeit.
Mutter Universum oder auch Mutter Gott.
Diese Sichtweise ist zugleich etwas Besonderes, denn in den meisten Religionen dieser Welt ist Gott männlich gedacht – als Vater, Herr oder Schöpfer. Die Inka-Tradition hingegen kennt ein göttliches Paar: eine weibliche und eine männliche Kraft, die gemeinsam alles Leben hervorbringt.
Pachamama und Wiraqocha, die Große Mutter und der Große Vater, bilden die beiden Pole, aus deren Verbindung das gesamte Universum entsteht.
Der weibliche Aspekt des Universums
Alles, was du sehen oder berühren kannst – alles, was Materie ist – stammt von Pachamama. Sie ist die Verkörperung der sichtbaren Welt: der Erde, der Pflanzen, der Tiere, der Menschen, der Berge, Flüsse und Meere. In der Sicht der Inkas ist nichts leblos, nichts „tote Materie“. Alles ist von Kausay durchdrungen, von lebendiger Energie.
Pachamama ist dabei die schöpferische, gebärende, nährende Kraft. Sie ist die, die Körper hervorbringt – Körper von Menschen, Tieren, Pflanzen und Sternen gleichermaßen. Sie ist die Mutter, aus der alle Formen entstehen, die Mutter, die alles hält.
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Der männliche Aspekt des Universums
Ihr gegenüber steht Wiraqocha oder Pachatata – der Große Vater. Er ist nicht sichtbar, sondern metaphysisch. Er erschafft die lebendige Energie, aus der alles besteht. Er haucht der Materie Geist ein, verleiht den Körpern Seele, Bewusstsein und Potenzial.
So wie Pachamama die sichtbare Welt gebiert, gibt Wiraqocha der unsichtbaren Welt ihre Struktur und ihren Sinn. Beide Kräfte – weiblich und männlich – sind untrennbar miteinander verbunden. Ohne Pachamama gäbe es keine Form, ohne Wiraqocha keinen Geist.
Gemeinsam erschaffen sie das Universum – Körper und Seele, Materie und Energie, Sichtbares und Unsichtbares.
Zwei göttliche Prinzipen – wie in der Schöpfung
Wenn wir in der Natur beobachten, wie neues Leben entsteht, wird diese Lehre unmittelbar verständlich. Leben entsteht immer durch das Zusammenwirken von männlich und weiblich. Kein Tier, kein Mensch kann ohne beide Prinzipien gezeugt und geboren werden.
Für die Inkas war es daher selbstverständlich, dass auch das Universum selbst auf zwei sich ergänzenden Faktoren (genannt Yanantin) beruht. Wie könnte es nur einen Gott geben?
Die Schöpfung selbst zeigt, dass Leben durch Verbindung entsteht, durch die harmonische Verbindung zweier Kräfte, die sich ergänzen. So existieren Wiraqocha und Pachamama als gleichwertige göttliche Prinzipien, jedoch in unterschiedlichen Formen.
Geführte Heilreise zu Pachamama
Stelle dir vor, du s folgst meiner Stimm, die dich zum Pachamama-Tempel in Machu Picchu führt. Dort verbindest du dich mit Mutter Erde und deinen spirituellen Paten, während sich Räume in deinem Inneren öffnen, in denen Heilung, Erkenntnis und Neubeginn möglich werden.
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Symbole von Mutter und Vater Kosmos
Auch in den Symbolen der Inkas findet sich Vater Gott und Mutter Gott wieder.
Der männliche Aspekt wird oft in Form eines Ei dargestellt, das die Schöpfung in sich trägt. Es steht für den Ursprung allen Lebens bzw. die Quelle, aus der alles entsteht.
In der Kathedrale von Cusco ist dieses Symbol als großer Stein zu sehen, der den Namen Hatun Taqe Wiraqocha trägt: Gott, der große Vereiner.
Der weibliche Aspekt hingegen könnte in der Chakana wiederzufinden sein, dem Kreuz der Inkas. Der weltweit anerkannte Lehrer der Inka-Tradition, Prof. Juan Núñez del Prado, sieht in der Chakana eine abstrakte Repräsentation der Pachamama – der kosmischen Mutter, die alles Leben trägt.
Der Tempel der Pachamama
Bis heute lebt die Verehrung von Pachamama fort, nicht nur in den Herzen der Menschen, sondern auch an heiligen Orten. Einer der bedeutendsten ist der Pachamama-Tempel in Machu Picchu, den man noch immer besuchen kann.
Dieser Tempel ist der Großen Mutter geweiht und lädt dazu ein, die weibliche Schöpfungskraft des Universums unmittelbar zu spüren.
Wenn du dich auf eine tiefe Verbindung mit dieser weiblichen Energie einlassen möchtest, kannst du an einer Geführten Heilreise zu Pachamama teilnehmen, einer Art geführten Meditation.
Auf dieser Reise zum Tempel der Pachamama kommst du in Kontakt mit der Großen Mutter. Dort öffnet sich der Raum, in dem du ihre heilsame, nährende und transformierende Kraft unmittelbar erfahren kannst – eine Begegnung mit der Schöpferin allen Lebens.
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