
Qanchis Saminchakuy: Mit allen Sinnen im Hier und Jetzt
So gelingt ein erfülltes Leben
Ein erfülltes Leben – wie geht das eigentlich? Für die Inkas stellt sich diese Frage gar nicht, denn: Wahres Erfülltsein entsteht, wenn wir vom Universum unterstützt werden, lebendige Beziehungen zu Menschen pflegen und uns von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft tragen lassen. In diesem Blog erfährst du, wie du mit einer einzigen Übung Zugang zu dieser Kraft findest und wie du ein Leben voller Leichtigkeit, Liebe und innerer Stärke gestaltest.
Qanchis Saminchakuy ist eine Übung, die nicht von einem Meister aus den Hochanden von Peru stammt, sondern die von Tata Lorenzo vermittelt wurde, einem Yatiri-Meister aus Bolivien. Der Ausdruck YATIRI bedeutet in der Sprache Aymara dasselbe wie PAQO im Qechua: Es bezeichnet eine Person, die die Inka-Tradition praktiziert.
Qanchis Saminchakuy bedeutet aus dem Quechua übersetzt so viel wie „die sieben Ströme von leichter Energie“ – oder etwas freier übersetzt: Die sieben Verbindungen des Menschen mit dem Kosmos, über die leichte Energie fließt. Es handelt sich dabei um eine Übung, die dich mit allen Dimensionen der Realität verbindet.
In dieser Praxis verbindest du dich mit deinem sozialen Gefüge, knüpfst Verbindungen zur oberen und unteren Welt sowie zu deiner Vergangenheit und Zukunft. Über all diese Ebenen tankst du dich in der Gegenwart mit Kraft auf, wann immer du diese Stärke brauchst.
Die fünf Dimensionen der Realität
Während die westliche Welt die Realität als vierdimensional versteht (bestehend aus Raum und Zeit), sprechen die PAQOS und YATIRIS von fünf Dimensionen.
- Raum: Pachamama und Pachatata (Mutter Kosmos und Vater Kosmos)
- Zeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft)
- Menschen (soziale Beziehungen)
Dieser letzte Aspekt ist entscheidend: Für die indigenen Meister ist eine Welt ohne zwischenmenschliche Beziehungen nicht denkbar. Deshalb sehen sie diesen als die fünfte Dimension an. Ohne Verbindung zu anderen gibt es kein erfülltes Leben und keine Welt, die Bestand hat.
Enge und erweiterte Familie
Die Inkas unterscheiden zwischen der „engen Familie“ und der „erweiterten Familie“.
Zur engen Familie gehören die Menschen, mit denen du eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung hast – das können Verwandte sein, müssen es aber nicht. Auch enge Freunde oder Weggefährten können zu deiner Herzensfamilie zählen.
Die erweiterte Familie umfasst eine größere Gemeinschaft, mit der du dich verbunden fühlst. Das können die Menschen deiner Region sein, deines Landes, deines Kontinents – oder sogar die gesamte Menschheit.
Je wärmer und tragfähiger deine Beziehungen zur engen Familie sind und je größer deine erweiterte Familie ist, desto mehr fühlst du dich getragen von Respekt, Wertschätzung, Mitgefühl und Liebe.
Die Inkas fassen all dies in einem einzigen Wort zusammen: MUNAY.
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Alles beginnt mit Munay
Nicht zufällig beginnt die Übung Qanchis Saminchakuy damit, Munay – die Energie der Liebe – zu erzeugen. Denn Munay ist der Ausgangspunkt für alle anderen Verbindungen: zum Universum, zu deiner Zeitlinie und zu den Menschen um dich herum.
Mit Munay beginnt alles und diese Priorität zeigt auch die Wichtigkeit. Nur mit Munay kann alles andere folgen und ergibt auch alles andere einen Sinn.
In der Praxis bedeutet das: Bevor du dich mit dem Universum, deiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie deinen zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandersetzt, richtest du dich bewusst aus. Du erzeugst diese Energie von Liebe, die dich durch die Übung trägt und mit allem in Einklang bringt.
Die Kraft der Gegenwart
Eine alte Redensart sagt: „Es gibt nur zwei Tage, an denen du gar nichts tun kannst – gestern und morgen. Der einzige Tag, an dem du tatsächlich etwas tun kannst, ist das Heute.“
Genau das macht QANCHIS SAMINCHAKUY erfahrbar: Deine wahre Kraft liegt in der Gegenwart. Wenn deine Aufmerksamkeit in der Vergangenheit oder Zukunft gefangen bleibt, verlierst du Energie. Nur im Hier und Jetzt bist du in der Lage, bewusst zu handeln, deine Beziehungen zu nähren und dein Leben in Fülle zu gestalten.
QANCHIS SAMINCHAKUY bringt dich daher nicht nur in Verbindung mit Raum, Zeit und Menschen, sondern auch immer wieder ins Zentrum deiner eigenen Gegenwart. Dort kannst du die Ströme leichter Energie aufnehmen und sie für deine Aufgaben, Entscheidungen und Begegnungen nutzen.
Qanchis Saminchakuy: Die Übung
Im ersten Schritt baust du sechs Verbindungen auf, und zwar von deiner Energieblase zu den jeweiligen sechs Faktoren, die dich umgeben:
Schritt 1: Nach oben zu Pachatata
Schritt 2: Nach unten zu Pachamama
Schritt 3: Zu deiner engen Familie
Schritt 4: Zu deiner erweiterten Familie
Schritt 5: Zu deiner Vergangenheit
Schritt 6: Zu deiner Zukunft
Im nächsten Schritt verbinest du deinen Inka-Samen mit dem Herzen (Schritt 7).
Wenn diese letzte Verbindung vom Samen zum Herzen aufgebaut ist, ziehst du alle übrigen sechs Verbindungen in dein Herz, lässt anschließend die Energie durch die insgesamt sieben Verbindungen fließen und lädst das Hier und Jetzt mit leichter Energie auf.
Ein erfülltes Leben
Wenn du QANCHIS SAMINCHAKUY regelmäßig praktizierst, erschaffst du ein Netz aus sieben Verbindungen, die dich mit den beiden größten Kräften des Universums verbindet (Pachamama und Pachatata), mit deiner engen Familie und deiner erweiterten Familie, mit deiner Vergangenheit und deiner Zukunft – und all das hältst du zusammen und vereinst es in der Gegenwart.
So spürst du unmittelbar, dass du getragen bist: von den Menschen, die dich umgeben, vom Universum, das dich unterstützt, und von der Zeit, die dich durch dein Leben trägt. In dieser Erfahrung offenbart sich, was ein erfülltes Leben wirklich bedeutet.
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